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20 March 2010 @ 10:02 pm
irgendwo da oben  


auf gesichtsbuch spricht sich gerade ein ehemaliger chef von mir für die frauenquote
aus. wie nett. für mich sind die diskussionen pro und contra eine reine farce. es ist doch
bescheuert und scheinheilig so etwas zu diskutieren. viel gravierender ist es doch,
dass heutzutage weder festanstellungen noch unbefristete verträge rausgegeben werden.
die unternehmen wollen integrität und vollen einsatz, reichen einem dafür aber nur
den kleinen finger. jeder vorstands-mensch redet davon, wie wichtig es ist, talente
zu fördern und mitarbeiter zu motivieren, im endeffekt aber passiert so etwas überhaupt
nicht. im gegenteil! es ist doch kein umgang mit menschen, ihnen immer nur ein bröckchen
hinzuwerfen und dafür alles zu fordern und sogar noch mehr. ihre leistung aber nicht mit
dem zu würdigen, was sie wert ist und weder planungssicherheit noch zukunftsperspektiven
zu bieten. mich regt diese möchtegern-haltung auf. im endeffekt wissen diejenigen doch auch,
dass sie blödsinn erzählen. und wenn dein chef ein mann ist, dann hast du als frau
immer noch nicht wirklich die chance, gefördert zu werden. es sei denn du findest
einen chef, der über dem chef steht und der es nicht mehr nötig hat, sich zu profilieren.
davon gibt es wenige. aber sie sind da. irgendwo da oben.

 
 
 
Chili the Sheep: work emochili_das_schaf on March 20th, 2010 11:51 pm (UTC)
es ist doch kein umgang mit menschen, ihnen immer nur ein bröckchen
hinzuwerfen und dafür alles zu fordern und sogar noch mehr. ihre leistung aber nicht mit
dem zu würdigen, was sie wert ist und weder planungssicherheit noch zukunftsperspektiven
zu bieten.


! Genau.
this isn't happeningdevianteyes on March 21st, 2010 01:22 pm (UTC)
Treffend!
Der Blödsinn wird erzählt, weil er den Status quo vernebelt. Frauenquoten haben noch nie jemanden ernsthaft interessiert, da werden Umweltzonen schneller beschlossen und umgesetzt. Aber solange öffentlich über solche Dinge diskutiert wird, mit den zu erwartenden und ewig währenden Polarisierungen von Meinungen, ähnlich der Diskusion um Zwangsarbeit für Arbeitslose, scheint ja der Arbeitsmarkt an sich ein stabiler zu sein.
Als teilte sich die Gesellschaft auf in viele Menschen mit Festanstellung, jungen, hoch qualifizierten Nachwuchs (der natürlich auch bald eine Festanstellung haben wird) und Arbeitslosengeldempfänger, die selbst Schuld sind und vor allem nicht motiviert. Das sind Winter- und Sommermärchen, in denen nicht vorkommt, dass "Nachwuchsförderung" für den Nachwuchs in Deutschland bedeutet, auch mal 12 Monate unentgeltlich zu arbeiten, dann arbeitslos zu sein, noch einmal 6 Monate für 250 Euro monatlich zu arbeiten, um dann mit Lotterie-artigem Glück einen Jahresvertrag auf unterer Gehaltsbasis zu ergattern und sich dauerhaft Sorgen machen zu müssen, wovon man ab 65 eigentlich leben soll oder ob es für die Miete im kommenden Jahr noch reichen wird.
beyond_squirrel: a birdiebeyond_squirrel on March 21st, 2010 02:07 pm (UTC)
so ist es, leider.
buythisitem on March 24th, 2010 12:42 pm (UTC)
Ja, leider heute so üblich. Je größer das Unternehmen, desto mehr Story und weniger Authentizität darf erwartet werden ...
Selbst interne groß angepriesene Karriereprogramme laufen tw. auf nichts hinaus. Was völlig absurd ist – erst fördern und investieren, danach aber nichts anbieten können/wollen.

Aber damit zieht sich ja nur durch, was auch für die Produkte der Unternehmen gilt – nur noch Story, Verpackung, aber nur Durchschnittliches dahinter. Was hält schon noch, was es verspricht? (vom iPhone mal abgesehen :-))

Wer ist an alledem schuld? So doof es klingt, aber es ist die Werbebranche (die ich ja gut kenne;-))). Die ist es doch, die alles übertrieben aufbläst ... und damit die Realität verzerrt, die Gesellschaft versaut.

Endet alles in nem großen Knall.
Tanja: telekomtanjap on March 25th, 2010 06:32 pm (UTC)
Ich freue mich schon auf die "Quoten"-Sprüche sollte ich es nochmal schaffen in meinem Unternehmen ein paar Stufen aufzusteigen.